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Beschreibung der Indikatoren und Postulate

tout ouvrir tout fermer

Vorwort

Was heisst “Lebensqualität“? Dieses Konzept ist schwer definierbar und die Methoden um die Lebensqualität zu messen sind so zahlreich wie die Personen, die sie entwerfen. Folgende Fragestellungen sind dafür relevant: In welchen Städten lebt es sich am besten, welches sind die billigsten, die am wenigsten verschmutzten Städte, welche bieten den besten öffentlichen Verkehr, usw. Die Agenda 21 der UNO setzt konkrete Ziele zur nachhaltigen Entwicklung; diese sollen die Lebensqualität der gesamten Weltbevölkerung verbessern (1). Diese Prinzipien der Nachhaltigkeit sind auch in die neue Bundesverfassung von 1999 eingeflossen (2).
Um die Lebensqualität zu messen, wählen wir den individuellen Blickwinkel (“Was ist gut für mich und für meine Familie?“) einer heute in der Stadt lebenden Arbeitnehmerin oder eines Arbeitnehmers mit einem mittleren Einkommen. Was wählen dabei einen kurzfristigen Blickwinkel ein (einige Jahre) und nicht einen Ansatz, der längerfristig ausgerichtet ist (Perspektive der Untersuchungen zur Nachhaltigkeit (Projekt MONET (3))). Da praktisch keine subjektiven Indikatoren (von Bevölkerungsbefragungen) nach Städten verfügbar sind, messen unsere Indikatoren in erster Linie "eine objektive Lebensqualität". Unter "Stadt" verstehen wir alle Schweizer Gemeinden, die im Jahre 2002 mindestens 10'000 Einwohnerinnen und Einwohner zählten.

Dieser Städte-Vergleich beruht auf 30 Indikatoren, die gemessen und verglichen wurden. Die Indikatoren sind in fünf Kategorien aufgeteilt: 1) Wirtschaftliche Dynamik; 2) Lebensbedingungen; 3) Gesundheit, Soziales, Kultur; 4) Umwelt und Verkehr; 5) Politik und Institutionen. Wir weisen darauf hin, dass die Indikatoren nach Kategorie und nach Städte-Grösse verglichen werden sollten.

Jeder der 30 Indikatoren wird auf einer Skala von eins (Minimum) bis zehn (Maximum) gemessen. Die theoretische Höchstpunktezahl liegt also bei 300 (sechs Indikatoren mal zehn Punkte, mal fünf Kategorien, d.h. alle 30 Indikatoren mit der Höchstnote zehn). Von den 30 Indikatoren messen 18 “positive“ Merkmale (je höher der Wert, umso besser die Punktezahl), zehn Indikatoren messen “negative“ Lebensumstände (je höher der Wert, umso schlechter die Punktezahl), zwei Indikatoren sind nach der Differenz vom Mittelwert berechnet (je mehr sich der Wert vom Durchschnitt unterscheidet, umso schlechter die Punktezahl).

 

 

A. « Wirtschaftliche Dynamik »

Die Wirtschaftsdynamik ist eine der Grundbedingungen des gesellschaftlichen Wohlstandes. Sie ermöglicht die Existenz attraktiver Arbeitsplätze in den Städten und damit einen angemessenen Lebenserwerb.

A1 Binnenwanderungen zwischen 1991 und 2002 (in %)

Die Bilanz der Binnenwanderungen beschreibt die Veränderung der Wohnbevölkerung zwischen 1991 und 2002. Sie ist ein wertvoller Indikator zur demographischen Vitalität.

Ziel: Je grösser der Bevölkerungszuwachs, umso mehr kann die Stadt als wirtschaftlich dynamisch betrachtet werden (Anziehungskraft; geeignete Rahmenbedingungen für den Bevölkerungszuwachs).

Quelle: Schweizerischer Städteverband (SSV) Tabelle 2.1 (7) (4); BFS, Sektion Bevölkerungsentwicklung.

A2 Steuerpflichtiges Einkommen 2000 (in Franken pro Kopf)

Das steuerpflichtige Einkommen misst das Wohlstandsniveau einer Bevölkerung (in unserem Fall natürliche Personen) (5).

Postulat: Je höher das steuerpflichtige Einkommen, desto mehr Mittel verfügt die Stadt zur Leistungserbringung.

Quelle: ESTV (http://www.estv.admin.ch/data/sd/d/index.htm), eigene Berechnungen.

A3 Wohnungszuwachs (Neubauten) 2002 (pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner)

Dieser Indikator beschreibt die Dynamik der Baubranche im Bereich des Wohnungsbaus. Er zeigt auch die Fähigkeit der Behörden und des Marktes auf die Wohnungsnachfrage zu reagieren.

Postulat: Je höher die Zahl der Neubauten im Wohnungsbereich, umso einfacher ist es, sich in der gewünschten Stadt niederzulassen.

Quelle: SSV 6.1 (2); BFS, Sektion Information und Dokumentation.

A4 Arbeitslosenquote 2002 (in % der aktiven Bevölkerung)

Die Arbeitslosenquote ist ein klassischer Indikator der Wirtschaftsdynamik. Darüber hinaus, gehen mit der Arbeitslosigkeit die soziale Isolation und höhere Sozialausgaben einher. Hohe Arbeitslosenquoten haben einen negativen Einfluss auf die soziale Integration und auf den Gesundheitszustand.

Postutat: Je tiefer die Quote, umso besser die Wirtschaftsdynamik.

Quelle: SSV 4.1 (9); Arbeitslose: Seco (Direktion für Arbeit); Aktive: BFS (VZ 2000).

A5 Neu geschaffene Arbeitsplätze (1998-2001) und Anteil Tertiärsektors 2001 (in %)

Der Indikator verbindet die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen im 2. und 3. Wirtschaftssektor zwischen 1998 und 2001 (misst die Veränderung auf Basis der Betriebszählung) mit dem Anteil der Arbeitsstellen im 3. Sektor. Neue Arbeitsplätze zeugen von einer guten wirtschaftlichen Dynamik der Betriebe. Der Anteil der Angestellten im 3. Wirtschaftssektor gibt uns einen Hinweis über den Sektor mit dem grössten Mehrwert und mit den höchsten Löhnen. Beide Indikatoren wurden mit 0.5 gewichtet um Regionen mit einem vorwiegend industriellen Wirtschaftssektor nicht gegenüber Regionen mit einer hauptsächlich auf den Dienstleistungssektor ausgerichteten Wirtschaft zu benachteiligen.

Postulat: Je grösser die Arbeitsplatzzunahme und je grösser der Anteil des 3. Sektors, umso bessere Arbeitsbedingungen sind vorzufinden.

Quelle: SSV 3.1 (12, 5); BFS (BZ 1998, 2001).

A6 Erwerbstätigenanteil in der Gemeinde 2000 (in %)

Die Erwerbstätigenquote (6) beschreibt die Integration der Bevölkerung in den Arbeitsmarkt. Eine tiefe Erwerbstätigenquote kann bedeuten, dass sich die lokale Wirtschaft in einer Krise befindet (hohe Arbeitslosenzahl) oder dass Frauen weniger am Erwerbsleben teilnehmen.

Postulat: Je höher die Quote, umso wirtschaftlich attraktiver ist die Stadt.

Quelle: SSV 2.7b (5). BFS (VZ 2000).

 

B. « Lebensbedingungen »

Die Indikatoren dieser Kategorie geben uns Hinweise darauf, wie einfach und behaglich es ist in einer Stadt zu leben. Die Werte beziehen sich grösstenteils auf das körperliche Wohlergehen teilweise aber auch auf die psychische Verfassung der Bevölkerung.

B1 Bevölkerungsdichte 2002 (Einwohnerinnen und Einwohner pro Hektare)

Die Bevölkerungsdichte als solche ist nicht als Indikator für Lebensqualität anerkannt, zumindest nicht in Ländern mit einem hohen Lebensstandard. Eine zu hohe Dichte kann vermehrt zu sozialen Problemen führen (z.B. durch Lärm, Verschmutzung), währenddem eine tiefe Bevölkerungsdichte zu Infrastrukturproblemen (Diensteleistungen, Einkaufsläden) und zu Langeweile und Depressionen führen kann. Deshalb haben wir die Wertung am Mittelwert ausgerichtet. Je mehr sich der Wert vom Schweizer Durchschnitt entfernt, umso schlechter die Punktezahl.

Postulat: Am besten lebt es sich in einer Stadt mit einer Bevölkerung, die nicht zu dicht aber auch nicht zu verstreut lebt.

Quelle: SSV 2.1 (8); BFS Sektionen Raumplanung und Bevölkerungsentwicklung; siehe auch Projekt MONET.

B2 Anzahl Kinder pro Frau (Mittelwert 1999-2002)

Die Erneuerung der Bevölkerung ist ein wichtiges Standbein jeder Gesellschaft. Gemäss Demographen gibt uns dieser Indikator indirekte Angaben über die Familienpolitik und über die von der Stadt erbrachten Dienstleistungen im Bereich der Kinderbetreuung (Daten zu den Krippenplätzen und Familienzulagen sind leider nicht nach Städten verfügbar).

Postulat: Je höher die Anzahl Kinder pro Frau, umso bessere Lebensbedingungen herrschen in der Stadt.

Quelles: Wanner P. Peng Fei., Fécondité dans les communes de la Suisse, 1970-2000. BFS, Demos 2/2004, Eigene Berechnungen.

B3 Erholungsgebiete 1992/1997 (Hektaren in % der Gesamtfläche)

Die Erholungsgebiete haben einen allgemein anerkannten positiven Einfluss auf die physische sowie auch psychische Gesundheit. Dieser Indikator berücksichtigt alle Grünflächen, Erholungsanlagen, Gewässer und bestockte Flächen (um zu verhindern, dass ein Flächetyp gegenüber anderen bevorzugt wird, sind alle Werte standardisiert).

Postulat: Je grösser die zu Erholungszwecken genutzte Fläche, umso besser die Lebensqualität.
Quelle. SSV 1.1 (2); BFS, Sektion Raumplanung.

B4 Leerstehende Wohnungen 2003 (in % der Gesamtzahl Wohnungen)

In vielen Städten herrscht ein Wohnungsproblem. Ein ausgetrockneter Markt hat höhere Mieten und ein wenig differenziertes Angebot zur Folge.

Postulat: Je höher der Anteil von leerstehenden Wohnungen, umso einfacher ist es in die gewünschte Stadt zu ziehen und dort zu wohnen.

Quelle: SSV 6.2 (10). BFS, Sektion Information und Dokumentation.

B5 Lebenshaltungskosten (Mieten 2000, Versicherung 2004) (in Franken pro Kopf)

Die Miet- und Krankenversicherungslast nimmt einen immer grösseren Stellenwert im Haushaltsbudget ein. Unser Indikator summiert die mittlere Mietlast (Mieter und Genossenschafter, in Franken pro Monat) mit den mittleren Kranken- und Unfallsversicherungsprämien (für Erwachsene ab 26 Jahren, 2004, in Franken pro Kopf und Monat). NB: In 16 Kantonen ist ein homogenes Prämienniveau vorgegeben und es gibt dementsprechend keine Unterschiede zwischen den Städten innerhalb eines Kantons.

Postulat: Eine hohe Belastung durch Miete und Krankenversicherungsprämien erschwert das Leben (mit einer Familie) in der entsprechenden Stadt.

Quelle: BFS (VZ 2000), BSV (BAG)).

B6 Steuerbelastung 2002 (Verheiratete, alleinverdienende Person mit 2 Kindern und einem Bruttoeinkommen von 90'000 Franken pro Jahr)

Der Steuersatz variiert von Gemeinde zu Gemeinde und von Kanton zu Kanton und hat dementsprechend einen Einfluss auf die Attraktivität der Stadt. Als Richtwert haben wir die Steuerbelastung eines verheirateten Paars mit einem Erwerbseinkommen, 2 Kindern, und einem mittleren Bruttoeinkommen von 90'000 Franken pro Jahr genommen.

Postulat: Je tiefer die Belastung, umso höher die Punktezahl.

Quelle: SSV 9.4 (10). ESTV, Statistik und Dokumentation.

 

 

C. « Gesundheit, Soziales, Kultur »

Gesund sein, gute soziale Rahmenbedingungen und ein reichhaltiges Kulturangebot können die Lebensqualität weitgehend beeinflussen.

C1 Ausgaben für Gesundheit, Sozialwesen, Bildung und Kultur 2001 (in Franken pro Kopf)

Die Höhe der öffentlichen Ausgaben für Gesundheit, Sozialwesen, Bildung und Kultur bestimmt weitgehend das Angebot in diesen Bereichen. Dieser Indikator berücksichtigt die Ausgaben von Kanton und Gemeinde.

Postulat: Je höher die Ausgaben, umso besser sind die öffentlichen Dienstleistungen in diesen Bereichen.

Quelle: SSV 9.10 (3+4+5+6); EFV-BFS 2003, Öffentliche Finanzen in der Schweiz 2001.

C2 Klassengrösse (Schuljahr 2002 / 2003)

Die Klassengrösse (Primarschule und Sekundarschule I) beeinflusst die Qualität des Unterrichts und die Chancengleichheit (7).

Postulat: Je tiefer die Anzahl Schüler pro Klasse, desto bessere Unterrichtsbedingungen sind zu erwarten.

Quelles: SSV 2.11 (4). BFS, Statistique des élèves et des étudiants.

C3 Gesundheitszustand 1992, 1997, 2002 (Personen, die sich «gut bis sehr gut» fühlen)

Epidemiologische Studien haben Korrelationen zwischen dem selbst wahrgenommenen Gesundheitszustand und den Gesundheitsproblemen und der Mortalität aufzeigen können. Dieser Indikator wurde in drei Etappen konstruiert: a) Summe des Anteils Personen die sich
« gut » bis « sehr gut » fühlen; b) Mittelwert des Gesundheitszustand aller Personen nach Erhebung (1992, 1997, 2002); c) Implementierung der Werte für 10 Städte ohne verfügbare kantonale Daten (AR=SG, GR=VS, SZ=ZG, SH=ZH, TG=ZH).

Postulat: Je höher der selbst wahrgenommene Gesundheitszustand, desto besser die Punktezahl.

Quelle: BFS, Schweizerische Gesundheitsbefragung 1992, 1997, 2002;, eigene Berechnungen.

C4 Kulturelles Angebot 2002 / 2003 (pro 1'000 Einwohner)

Wir messen das kulturelle Angebot aufgrund der auf dem Datenmarkt zur Verfügung stehenden Daten (Anzahl Kinos, Theater und Museen in den Städten).

Postulat: Je grösser das kulturelle Angebot, umso grösser die Punktezahl.

Quellen: BFS (Kinos), BFK (subventionierte Theater und Museen).

C5 Sterblichkeit 2000 (pro 100'000 Einwohner, alters- und geschlechtsstandardisiert)

Die Lebenserwartungsquote und die Armutsquote sind mit der Sterblichkeitsquote korreliert.
Da die Mortalität nach dem Alter und dem Geschlecht variiert, haben wir die Resultate nach diesen zwei Faktoren standardisiert. Die Sterblichkeit wird zusätzlich vom ausgeübten Beruf, der Exponierung in verschmutzten Umweltbedingungen, dem Gesundheitsverhalten (Konsum legaler oder illegaler Drogen) und der Lebensweise (gesunde Ernährung, Zugang zu Trinkwasser, soziale Isolation) beeinflusst (8).

Postulat: Je höher die Sterblichkeitsrate, umso schlechter sind die sozio-wirtschafltichen Rahmenbedingungen.

Quelle: BFS, statistique des causes de décès.

C6 Scheidungsziffer 2000 (pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner)

Die Scheidungsrate hat die 400 ‰ überschritten, über 10'000 Kinder pro Jahr sind davon jeweils mitbetroffen (9). Die Scheidungen erhöhen die Ungewissheit (vor allem für Frauen und Kinder) und steigern das Gesundheitsrisiko von Eltern und Kindern.

Postulat: Je höher die Scheidungsziffer, umso schlechter sind sozio-wirtschafltichen Rahmenbedingungen einzuschätzen.

Quelle: SSV 2.3 (9, 10). Andere Quellen: Gesundheitsverhalten 1992, 1997, 2002, BFS.

 

D. « Umwelt und Verkehr »

Seit der Deklaration von Rio 1992 sind sich die Behörden und die breite Öffentlichkeit bewusst, dass im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung dem Respekt und Schutz der Natur einen höheren Stellenwert gegeben werden muss. So werden auch Massnahmen zur Einschränkung des motorisierten Individualverkehrs sowie zur Förderung des öffentlichen Verkehrs in die Wege geleitet, ohne dabei die Mobilität zu blockieren.

D1 Ausgaben für Umwelt 2001 (in Franken pro Kopf)

Die Höhe der öffentlichen Ausgaben für die Umwelt und Raumordnung gibt uns Indizien zu den Bemühungen der öffentlichen Hand in diesem Bereich. Dieser Indikator berücksichtigt die Ausgaben von Kanton und Gemeinde.

Postulat: Je höher die Ausgaben, desto grösser sind die Anstrengungen für den Schutz der Umwelt und/oder für den Schutz der Bevölkerung vor Naturkatastrophen.

Quelle: SSV 9.10 (8); EFV-BFS 2003, Öffentliche Finanzen in der Schweiz 2001.

D2 Regentage pro Jahr 2000-2004 (Mittelwert)

Mit den Regentagen pro Jahr (mindestens 0,9 mm pro Tag, inkl. Schnee) haben wir einen synthetischen Indikator zum Klima.

Postulat: Je höher die Anzahl Regentage, desto weniger attraktiv ist die Stadt.

Quelle: Meteosuisse (via Meteotest: http://www.meteotest.ch/)

D3 Luftverschmutzung 2000 (in mg/m3)

Die Luftverschmutzung ist ein wichtiger Risikofaktor für die physische und psychische Gesundheit. In unserem synthetischen Indikator werden die Werte von Abgasen (NO2, vor allem von mit Benzin betriebenen Personenwagen) und die Werte des Feinstaubes (PM10, vor allem von mit Diesel betriebenen Lastwagen) zusammengefasst.

Postulat: Je höher die Luftverschmutzung, desto weniger attraktiv ist die Stadt.

Quelle: Meteosuisse (via Meteotest: http://www.meteotest.ch/).

D4 Anzahl Personenwagen 2003 (pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner)

Mit nur 20% der Haushalte ohne Personenwagen und mit demgegenüber 30% der Haushalte mit 2 und mehr Autos, verzeichnet die Schweiz einen grossen Privatwagenbestand. Der Überfluss an Personenwagen verstopft die Stadtstrassen und behindert den öffentlichen Verkehr. Autos verursachen auch Lärm, Luftverschmutzung und Unfälle.

Postulats: Je höher die Anzahl Personenwagen, desto schlechter die Lebensqualität in der Stadt.

Quellen: SSV 5.2 (12). BFS, Verkehrsstatistik.

D5 Verkehrsunfallopfer 2003 (pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner)

Trotz des grossen Anstiegs der Personenwagenzahl nehmen die Verkehrsunfälle seit 15 Jahren konstant ab (10). Nichtsdestotrotz variiert die Anzahl Verkehrsunfälle je nach Stadt und deren Unfallpräventionsmassnahmen. Die Anzahl Unfallopfer zeigt an, wie gefährlich die Strassen einzuschätzen sind.

Postulat: Je grösser die Anzahl Verkehrsunfallopfer in der Stadt, desto schlechter ist die Lebensqualität.

Quelle: Schweizerische Beratung für Unfallverhütung; BFS, Verkehrsunfallstatistik.

D6 Benützung des öffentlichen Verkehrs 2000 (Anteil Weg- und Zupendler an der Gesamtzahl der Pendler)

Die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel gibt uns Hinweise über das Angebot solcher Transportmittel, aber auch über die Förderungspolitik der Behörden. Die Volkszählung von 2000 liefert erstmals genaue Hinweise zu den Weg- und Zupendlern. Wir messen den Anteil der Weg- und Zupendler, die den öffentlichen Verkehr benützen, an der Gesamtzahl der Pendler.

Postulat: Je höher der Anteil der Benützer des öffentlichen Verkehrs, desto grösser Anzahl erzielter Punkte.

Quelle: SSV 2.7b (6, 7, 8, 9). BFS (VZ 2000).

 

E. « Politik und Institutionen »

Die Politik und ihre Institutionen spielen eine wichtige Rolle in der Organisation der Gesellschaft. Die hier berücksichtigten Indikatoren geben Hinweise über die demokratische Vitalität der Städte, über ihre Progressivität und über die Stellung ihrer Verwaltung.

E1 Ausgaben für die allgemeine Gemeindeverwaltung 2001 (in Franken pro Kopf)

Die Höhe der Ausgaben für die allgemeine Verwaltung gibt uns Hinweise über die Betriebsführung der Gemeindeverwaltung. Da in diesem Kompetenzbereich die Ausgabenverteilung zwischen Kanton und Gemeinden in allen Kantonen ähnlich geregelt ist (keine bedeutenden Transfers zwischen den zwei Verwaltungsebenen) haben wir hier nur die Ausgaben auf Gemeindeebene berücksichtigt.

Postulat: Am besten lebt es sich in einer Stadt, die nicht zu wenig (ungenügende Dienstleistungen) und nicht zu viel (Bürokratie) für ihre Verwaltung ausgibt.

Quelle: SSV 9.10 (1); EFV-BFS 2003, Öffentliche Finanzen in der Schweiz 2001.

E2 Stimmbeteiligung bei den Nationalratswahlen 1999, 2003 (Mittelwert)

Ein Mittel um die Politik beeinflussen zu können ist die aktive Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen. Die Stimmbeteiligung bei Wahlen (und auch bei Abstimmungen) beschreibt wie die Bevölkerung die etablierten Entscheidungsprozesse verinnerlicht hat und sie zeigt auch das Vertrauen ins politische System. Im Jahr 2003 haben sich im Durchschnitt 45% der Wahlberechtigten an den Nationalratswahlen beteiligt.

Postulat: Je höher die Stimmbeteiligung bei Nationalratswahlen, desto mehr demokratische Vitalität ist festzustellen.

Quelle: BFS, Politische Sektion.

E3 Politisches Gleichgewicht 2003

Parteien-Pluralismus in der Stadtexekutive zeugt von breiter Ideenvielfalt, kann aber auch Entscheidungsprozesse blockieren. Unser Indikator (Anzahl der Parteien in der Stadtexekutive dividiert durch die Kubikwurzel der zur Verfügung stehenden Sitze) bewertet dementsprechend Städte mit einer plethorischen Exekutive tiefer.

Postulat: Je grösser das Gleichgewicht zwischen den politischen Kräften und den zur Verfügung stehenden Sitzen in der Stadtexekutive, umso effizienter ist die administrativ-politische Führung der Stadt.

Quelle: SSV 10.2 (Umfragen SSV).

E4 Progressivitäts-Index 2004

Progressismus, Weltoffenheit und Toleranz sind Werte, die oft mit urbanen Gesellschaften assoziiert werden. Einerseits misst der Progressivitäts-Index die « absolute Progressivität », indem er sich auf Resultaten auf Gemeindeebene von vier nationalen Abstimmungen im Jahr 2004 bezieht: Verwährungsinitative, Mutterschaftsversicherung, zwei Abstimmungen über erleichterte Einbürgerungen. Andererseits misst der Index auch den « relativen Progressismus », der die Resultate auf Stadtebene mit denjenigen auf Kantonsebene in Bezug setzt (je mehr sich die Resultate voneinander unterschieden, umso schlechter die Punktezahl). Beide Indikatoren wurden je zur Hälfte gewichtet.

Postulat: Je grösser der Progressismus und je grösser die Übereinstimmung zwischen dem Kantons- und Stadtergebnis, umso besser die Punktezahl.

Quelle: BFS, Politische Sektion. Eigene Berechnungen.

E5 Direktdemokratische Instrumente 2000

In der Schweiz hängen die Stimm- und Wahlrechte von der institutionellen Ebene und von der geographischen Lage ab. Je nach Kanton oder Gemeinde sind verschiedene Rechte zur demokratischen Meinungsäusserung vorzufinden. Dieser Indikator betrachtet die verschiedenen «direktdemokratischen Instrumente», die der Bevölkerung oder den Gewählten zur Verfügung stehen (Volksinitiative, Referendum, Möglichkeit für Gegenentwurf).

Postulat: Je grösser die Anzahl der direktdemokratischen Instrumente, desto grösser sind die Möglichkeiten für das Volk oder deren Vertreter, ihre Interessen gegenüber den Behörden zu verteidigen und somit die Zukunft mitgestallten können (begrenzte Blockierrisiken).

Quelle: Universität Genf, C2D, Bützer 2003. Eigene Berechnungen.

E6 Ausländerintegration 1995-2004

Die Schweiz kennt einen hohen Anteil der Bevölkerung, die keinen Schweizer Pass besitzt (20%). Besonders in den Städten leben viele Ausländerrinnen und Ausländer (bis zu 40-50%). Ein zentraler Bestandteil der Stadtpolitik ist die Integration dieser Bevölkerungsgruppe. Um die Erfolge der Integration zu messen haben wir verschiedene zur Verfügung stehende Indikatoren berücksichtigt: a) standardisierte Einbürgerungsquote 1995-98; b) Eingebürgerte Personen pro 100 Ausländer 2000; c) Einbürgerungsquote der Personen mit C-Bewilligungen im Jahre 2000; d) Stimm- und Wahlrecht für Ausländer auf Kantonsebene 2004. Wir haben anschliessend den Mittelwert der Ränge der 3 erste Indikatoren berechnet und zusätzliche Punkte für Stimm- und Wahlrecht auf Gemeindeebene verteilt.

Postulat: Je grösser der Anteil eingebürgerter Ausländer und je mehr Stimm- und Wahlrechte Ausländer haben, desto grösser sind ihre Integrationsmöglichkeiten und ihr Mitbestimmungsrecht für ihre Zukunft.

Quellen: BFS (ESPOP). Forum suisse pour l’étude des migrations et la population, eigene Berechnungen.

 

 

Erläuterungen zu den Quellen der benützten Daten

Die Verfügbarkeit vergleichbarer Daten bestimmt bis zu einem gewissen Grad auch die Klassierung. Der grösste Teil der Indikatoren stammt aus der Publikation Statistik der Schweizer Städte 2003 (65. Ausgabe, Daten gesammelt durch das Statistische Amt der Stadt Zürich und veröffentlicht durch den Schweizerischen Städteverband im Jahre 2004). Die meisten Daten dieser 127-seitigen Broschüre werden vom Bundesamt für Statistik (BfS), von der Eidgenössischen Finanz- und Steuerverwaltung und vom Bundesamt für Gesundheit (BAG, Daten BSV) geliefert. Die Daten zur Umweltbelastung und zum Klima wurden von Meteotest zur Verfügung gestellt. Die Zahlen zur Ausländerintegration und zur Anzahl Kinder pro Frau wurden vom Schweizerischen Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien (SFM) geliefert. Die Daten zu den direktdemokratischen Instrumenten sind über die Homepage des Centre de démocratie directe (C2D, Universität Genf) abrufbar. Herzlicher Dank gebührt allen Personen, die bei der Datensammlung und -interpretation behilflich gewesen sind, insbesondere den Herren Philippe Wanner (SFM), Nicolas Siffert (BAG), Christoph Junker und Werner Seitz (BFS).

 

 

(1) http://www.un.org/esa/sustdev/documents/agenda21/french/action0.htm
(2) Art. 73 Nachhaltige Entwicklung; BFS: Indikatoren und Postulate für Nachhaltigkeit: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/fr/index/themen/systemes_d_indicateurs/indicateur_de_devloppement/thematisch.html;
Verschiedene Publikationen: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/fr/index/themen/nachhaltige_entwicklung/uebersicht/blank/publikationen.html.
(3) MONET ist ein Indikatorensystem, das ein Monitoring im Bereich der nachhaltigen Entwicklung ermöglicht (Monitoring der nachhaltigen Entwicklung). Ziel des Projektes ist es, der Bevölkerung und den Behörden Informations- und Entscheidungsgrundlagen mit Rücksicht auf eine soziale, eine wirtschaftliche und eine ökologische Entwicklung zu geben. Das Projekt entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Bundesamt für Statistik (BFS), dem Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) und dem Bundesamt für Raumentwicklung (ARE).
(4) 7. Spalte in Tabelle 2.1".
(5) Berücksichtigt sind Spezial- und Normalfälle, die von der direkten Bundessteuer befreit sind.
(6) Anteil der in der Gemeinde wohnenden und arbeitenden Personen + Zupendler, gemessen an der ständigen Bevölkerung.
(7) Dieser Zusammenhang wurde in einer Analyse bestätigt, die in den Siebzigerjahren eine breite Debatte ausgelöst hatte (Glass et Smith, zitiert in ILO, 1981). Die Studie zeigte, dass ab einer gewissen Grösse die Anzahl Schüler pro Klasse einen beträchtlichen Einfluss auf den Unterricht und die Lernenden hatte. Dieser Zusammenhang ist grösser in Städten mit einer hohen Ausländerquote (Quelle: Bracey, 1999 http://www.ilo.org/public/french/dialogue/sector/techmeet/jmep2000/jmepr2.htm).
(8) Wissenschaftliche Arbeiten unterstreichen auch, dass ein Teil der Mortalität in Schweizer Städten mit einem hohen Anteil von Ausländern aus Ländern in Südeuropa exportiert wurde (Rückkehr insHeimatsland bei Pensionsalter) . Diese Personen weisen auch geringere Kardiovaskulare Risiken auf und verringern damit die Sterblichkeitsquote (z.B. Prilly und Städte um Genf). Siehe z.B. Wanner, Philippe, Mortalité des étrangers en Suisse: analyse par grand groupe de causes et par type de cancer 1989-1992, BFS 2000.
(9) 41% im Jahr 2003. Quelle: BFS http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/fr/index/themen/bevoelkerung/stand_u_struktur/blank/kennzahlen0
/natuerliche_bevoelkerungsbewegung/scheidungen.html
.
(10) Die Anzahl Verkehrsopfer hat um fast zwei Drittel abgenommen: 1'694 Tote im Jahr 1970 gegenüber 513 im Jahr 2002, 18’314 Schwerverletzte um 1970 und 5’931 im Jahr 2002. Quelle: Strassenverkehrsunfälle in der Schweiz 2002, BFS, Neuchâtel 2003, 150 Seiten. http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/fr/index/themen/verkehr_und_nachrichtenwesen/nutz_verk_inf/
verkehrsaufkommen/publikationen.html?publicationID=68
.

 

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